Re­fluxla­ryn­gi­tis

Was bedeutet „Reflux“?

Normalerweise sorgt ein Ventil zwischen Magen und Speiseröhre dafür, dass der Mageninhalt im Magen bleibt. Wenn Magensäure oder Verdauungsenzyme nach oben in die Speiseröhre oder sogar bis in den Hals gelangen, spricht man von Reflux (lateinisch re- = zurück, fluxus = Fluss).

Wenn vor allem der Hals betroffen ist, nennt man das laryngopharyngealen Reflux (LPR). Viele Betroffene spüren dabei kein klassisches Sodbrennen (Brennen hinter dem Brustbein), sondern bemerken andere Beschwerden im Hals- und Rachenbereich.

Typische Symptome

  • Räusperzwang oder häufiges Halskratzen
  • Gefühl eines „Klosses im Hals“ (Globusgefühl)
  • Heisere oder belegte Stimme, besonders morgens
  • Trockener Husten ohne Erkältung
  • Halsschmerzen oder Kratzen im Hals
  • Vermehrter Schleim im Rachen
  • Husten oder Würgereiz in der Nacht

Diese Symptome entstehen, weil die empfindliche Schleimhaut des Kehlkopfs viel sensibler auf Magensäure reagiert als die Speiseröhre.

Was Sie selbst tun können

Ernährung anpassen

  • Meiden Sie stark gewürzte, saure oder fettige Speisen (z. B. Zitrusfrüchte, Tomaten, Schokolade, Pfefferminze, Knoblauch, Zwiebeln, Curry, scharfe Gewürze).
  • Vermeiden Sie Kaffee, Schwarztee, Alkohol und kohlensäurehaltige Getränke.
  • Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten statt wenige grosse.
  • Wählen Sie fettarme Milchprodukte und mageres Fleisch.
  • Nehmen Sie die letzte Mahlzeit mindestens 3 Stunden vor dem Schlafengehen ein.

Lebensstil und Verhalten

  • Nach dem Essen nicht hinlegen, sondern 45 – 60 Minuten aufrecht bleiben.
  • Heben Sie den Kopfteil des Bettes um ca. 10 – 15 cm an (z. B. durch Keilkissen).
  • Vermeiden Sie enge Kleidung im Bauchbereich.
  • Achten Sie auf ein normales Körpergewicht.
  • Vermeiden Sie starkes Pressen, Bücken oder Sport direkt nach dem Essen.

Medikamentöse Behandlung

  1. Antazida (z. B. TUMS®, Gaviscon®) können gelegentlich eingenommen werden, um Säure zu neutralisieren, am besten ca. 30 Minuten nach dem Essen.
  2. Protonenpumpenhemmer (PPI) wie Pantoprazol oder Esomeprazol verringern die Säureproduktion.
    1. Einnahme: morgens nüchtern, mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück.
    2. Häufig ist eine Behandlungsdauer von mindestens 2 – 3 Monaten notwendig, manchmal länger.
  3. H2-Blocker (z. B. Famotidin) können zusätzlich abends eingesetzt werden, wenn nächtliche Beschwerden bestehen.

Bitte nehmen Sie Medikamente nur nach ärztlicher Empfehlung ein und setzen Sie sie nicht ohne Rücksprache ab.

Wann ärztliche Kontrolle wichtig ist

  • Bei anhaltender Heiserkeit oder Schluckbeschwerden
  • Wenn die Beschwerden trotz Therapie länger als 2 – 3 Monate bestehen
  • Bei Schmerzen oder Blut im Speichel
  • Bei unklarer Gewichtsabnahme

Refluxbeschwerden im Hals sind häufig und lassen sich durch konsequente Lebensstiländerung und falls nötig, medikamentöse Therapie gut kontrollieren. Wichtig ist Geduld: Die Schleimhaut im Hals braucht oft mehrere Wochen bis Monate, um sich zu erholen.

Bei Fragen oder anhaltenden Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre HNO-Ärztin, Ihren HNO-Arzt.

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