Information und Verhaltensempfehlung

Was ist eine Otosklerose?

Die Otosklerose ist eine Erkrankung des Mittelohres, bei der das dritte Gehörknöchelchen, der Steigbügel (Stapes),  allmählich versteift und unbeweglich wird. Dadurch kann der Schall nicht mehr richtig an das Innenohr weitergeleitet werden, was zu einem Schallleitungshörverlust führt.

Typische Beschwerden sind:

  • Hörminderung, oft auf einer Seite stärker
  • Eigene Stimme klingt lauter oder „dröhnend“
  • Ohrgeräusche (Tinnitus)
  • Selten leichter Schwindel

Behandlungsmöglichkeiten

Hörgeräte

  • Ein Hörgerät ist oft die sicherste und risikoärmste Behandlung.
  • Es kann das Hörvermögen sehr gut ausgleichen, ohne dass eine Operation nötig ist.
  • Eine Hörgeräteanpassung sollte in jedem Fall vor einer Operation ausprobiert werden.

Operation (Stapedotomie)

  • Ziel der Operation ist es, den unbeweglichen Steigbügel durch ein kleines künstliches Implantat (Prothese) zu ersetzen.
  • Dadurch kann der Schall wieder frei an das Innenohr weitergeleitet werden, und das Hörvermögen verbessert sich deutlich.

Erfolgsaussichten der Operation

  • 85–90 % der Patientinnen und Patienten erzielen ein sehr gutes Hörergebnis.
  • Bei etwa 5 % verbessert sich das Hören nur teilweise.
  • Bei weiteren 5 % bleibt das Ergebnis unverändert.
  • In 1–2 % der Fälle kommt es zu einem kompletten Hörverlust auf dem operierten Ohr.

Mögliche Risiken

Wie bei jedem Eingriff bestehen auch hier gewisse Risiken:

Schwerwiegende Risiken (1–2 %):

  • Dauerhafte Taubheit im operierten Ohr
  • Vorübergehender oder seltener anhaltender Schwindel, Übelkeit, Erbrechen (durch Reizung des Gleichgewichtsorgans)
  • Verstärkung eines vorhandenen Tinnitus
  • Leichter Hochtonverlust im Hörtest

Selten (unter 1 %):

  • Gesichtsnervenlähmung (vorübergehend oder dauerhaft)
  • Trommelfellverletzung während der Operation

Häufigere, meist vorübergehende Nebenwirkungen:

  • Veränderter Geschmack oder taubes Gefühl auf der Zunge, da ein kleiner Nerv (Chorda tympani) gereizt werden kann.
  • Leichter blutiger Ausfluss aus dem Gehörgang für einige Tage.
  • In seltenen Fällen kann sich die Prothese lockern, was zu erneutem Hörverlust führen kann.

Nach der Operation

  • Der Eingriff erfolgt meist ambulant, Sie können in der Regel am selben Tag nach Hause.
  • Körperliche Schonung: kein schweres Heben, kein Sport für 4 Wochen.
  • Kein Fliegen für 6 Wochen.
  • Nicht Nase schnäuzen oder Druckausgleich machen für 2 Wochen.
  • Beim Niesen den Mund offen halten, damit kein Druck ins Ohr gelangt.
  • Kein Tauchen oder Gerätetauchen nach dieser Operation.

Wann Sie ärztliche Hilfe aufsuchen sollten

  • Bei anhaltendem Schwindel, Fieber oder Schmerzen
  • Bei verstärktem Ausfluss oder Blutung aus dem Ohr
  • Wenn sich das Hörvermögen verschlechtert oder Druckgefühl zunimmt

Hat Ihnen diese Seite geholfen, und haben Sie das Gesuchte gefunden?