Unterbindung (Vasektomie)
Eine sichere Lösung zur dauerhaften Verhütung
Um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Verhütung. Eine davon ist die Vasektomie (Unterbindung). Dieser einfache und sehr sichere Eingriff führt zu einer dauerhaften Unfruchtbarkeit des Mannes. Dabei werden die Samenleiter im Hodensack durchtrennt, sodass keine Spermien mehr in die Samenflüssigkeit gelangen.
Eine Vasektomie kann grundsätzlich durch einen mikrochirurgischen Eingriff (eine so genannte Vasovasostomie) rückgängig gemacht werden. Da es sich dabei jedoch um eine aufwendige Operation handelt, sollte eine Vasektomie nur durchgeführt werden, wenn eine dauerhafte Verhütung gewünscht ist.
Der Eingriff
Da es sich um einen kleinen Eingriff handelt, kann die Vasektomie in der Regel problemlos unter lokaler Betäubung durchgeführt werden. Dazu erhalten Sie auf jeder Seite des Hodensacks eine Injektion mit einem lokalen Betäubungsmittel. Diese verursacht einen kurzen Stich, wird jedoch meist gut vertragen.
Anschliessend wird die Haut am Hodensack auf beiden Seiten punktuell eröffnet. In der Regel erfolgt dies mit einer speziellen Klemme ohne klassischen Hautschnitt (sogenannte «Non-Skalpell Vasektomie»). Nur selten ist ein kleiner Hautschnitt erforderlich. Anschliessend werden die Samenleiter freigelegt und durchtrennt. Die Haut wird danach mit einem resorbierbaren Faden verschlossen oder mit Hautkleber verklebt. Eine spätere Fadenentfernung ist daher nicht notwendig.
Wie bereite ich mich auf den Eingriff vor?
- Da der Eingriff in lokaler Betäubung durchgeführt wird, dürfen Sie vorher normal essen und trinken.
- Von einer Intimrasur zuhause raten wir ab.
- Bitte teilen Sie uns vorgängig mit, falls Sie Medikamente einnehmen, welche die Blutgerinnung beeinflussen (z.B. Aspirin, Marcoumar, Xarelto, Eliquis, Clopidogrel/Plavix).
Die ersten Tage nach der Vasektomie
Nach der Unterbindung können leichte Schmerzen und eine Schwellung des Hodensacks auftreten. Dafür verschreiben wir Ihnen entzündungshemmende Schmerzmittel.
Wichtig ist, in den ersten zwei bis drei Tagen körperliche Anstrengungen zu vermeiden. Bleiben Sie nach Möglichkeit zuhause. Das Kühlen und Hochlagern des Hodensacks kann Schmerzen und Schwellungen lindern. Anschliessend können Sie die körperliche Belastung schrittweise steigern, sofern Sie sich dabei wohlfühlen.
Nehmen die Schmerzen zu, rötet sich der Hodensack oder tritt trübe Flüssigkeit aus der Wunde aus, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Häufig genügen bereits ein kurzer Anruf und das Zusenden eines Fotos, um zu beurteilen, ob eine Behandlung erforderlich ist.
Kontrolle nach drei Monaten
Bitte beachten Sie: Die Unfruchtbarkeit tritt nicht sofort ein. Nach der Vasektomie erhalten Sie von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin die Unterlagen für eine Untersuchung des Ejakulats. Diese sollte etwa drei Monate nach dem Eingriff durchgeführt werden, um zu bestätigen, dass sich darin keine Spermien mehr befinden. Bis dahin muss weiterhin eine andere Verhütungsmethode angewendet werden.
Selten sind auch nach drei Monaten noch Spermien im Ejakulat nachweisbar. In diesem Fall wird die Untersuchung zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt. Damit die Samenwege vollständig von Spermien befreit werden, sind mindestens 20 bis 30 Ejakulationen erforderlich.
Mögliche Risiken
Die Vasektomie ist ein sehr sicherer Eingriff; Komplikationen sind selten. Gelegentlich kann es zu Infektionen, Entzündungen oder Nachblutungen kommen. Diese lassen sich in der Regel unkompliziert behandeln. Nur sehr selten ist ein weiterer Eingriff erforderlich.
- Bei etwa 5 % der Patienten können anhaltende oder chronische Hodenschmerzen auftreten.
- Ebenfalls sehr selten wachsen die beiden Enden des durchtrennten Samenleiters wieder zusammen. Dadurch kann die empfängnisverhütende Wirkung verloren gehen. Dieses Ereignis tritt bei etwa einem von 2’000 Eingriffen auf.
Kosten
Die Vasektomie gilt als Wahleingriff und wird von der obligatorischen Grundversicherung nicht übernommen. Die Kosten betragen 900 Franken; hinzu kommen Laborkosten. Erkundigen Sie sich bei Ihrer privaten Zusatzversicherung, ob sie sich an den Kosten beteiligt
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- Sekretariat Urologie