Ent­fer­nung der Un­ter­kie­fer­spei­chel­drü­se (Sub­man­di­bu­lek­to­mie)

Indikation

Die teilweise oder vollständige Entfernung der Unterkieferspeicheldrüse erfolgt in der Regel bei Vorliegen einer Geschwulst in der Unterkieferspeicheldrüse. Weniger häufig wird eine Submandibulektomie auch bei Vorhandensein von chronischen oder wiederkehrenden Entzündungen durchgeführt. Metastasen anderer bösartiger Tumorerkrankungen können sich ebenfalls in der Unterkieferspeicheldrüse ausbreiten und müssen allenfalls gemeinsam mit ihr entfernt werden.

Behandlungsverlauf

Frühkomplikationen:

Bluterguss: Hämatome können aufgrund des gut durchbluteten Gesichtsbereichs auftreten. Sie sind meist harmlos. In seltenen Fällen ist ein erneuter Eingriff nötig, um das Hämatom auszuräumen (Drainage).

Schmerzen: Können mit einfachen Schmerzmitteln gut behandelt werden. Aufgrund der Kaumuskulatur, welche nahe des Operationsgebiets liegt, kann es zu Kaubeschwerden und Nackenschmerzen kommen.

Sensibilitätsstörungen: Ein Taubheitsgefühl im Operationsgebiet ist sehr häufig und bildet sich meist zurück. Dies kann jedoch einige Monate bis mehrere Jahre dauern.

Einziehung unter dem Unterkiefer: Nach der Verbandsentfernung kann es zu Einziehungen oder Konturveränderungen der Gesichtsregion kommen.

Spätkomplikationen:

Narbe: Kann über Monate hinweg überempfindlich oder schmerzhaft sein.

Seltene schwerwiegende Komplikation:

Vorübergehende oder dauerhafte Zungenlähmung, verminderte Mundsensibilität und Geschmack: Treten sehr selten und in Ausnahmen auf. Diese können bei besonders schwierigen Operationsbedingungen auftreten, oder bei einem Krebsbefall des Nervs.

Nach dem Eingriff

  • Sie werden im Aufwachsaal überwacht und anschliessend auf Ihr Zimmer verlegt. 
  • Für einige Tage muss ein Halsverband getragen werden, eine Wunddrainage kann während 1 bis 3 Tagen in der Wunde verbleiben, um Wundsekret und Blut abzuleiten.
  • Bei starken Schmerzen oder Fieber informieren Sie bitte umgehend das Pflegepersonal. Schmerzmittel stehen Ihnen bei Bedarf zur Verfügung.
  • Sofern vom behandelnden Arzt oder von der behandelnden Ärztin nicht anders verordnet, kann leichte Kost bereits am Tag des Eingriffs wieder eingenommen werden.
  • Ihre regulären Medikamente dürfen Sie wie gewohnt einnehmen. Blutverdünnende Mittel wie Aspirin sollten jedoch im Vorfeld mit dem Chirurgen oder der Chirurgin abgesprochen werden.
  • Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit sowie die Intervalle für Kontrolluntersuchungen werden individuell vom behandelnden Arzt oder von der behandelnden Ärztin festgelegt.
  • Die Fäden werden nach etwa 7 Tagen bei der ersten postoperativen Nachkontrolle gezogen.
  • Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung der Wunde während 24 Monaten.

Körperliche Schonung

  • Vermeiden Sie in den ersten Tagen nach dem Eingriff körperlich anstrengende Tätigkeiten sowie Leistungssport.
  • Verzichten Sie in der ersten Woche nach dem Eingriff auf Saunagänge, Vollbäder und körperliche Anstrengungen, welche den Blutdruck erhöhen können, damit das Nachblutungsrisiko minimiert wird.

Wann und wo müssen Sie sich melden?

Sollten Sie nach der Operation eines der folgenden Symptome haben, melden Sie sich bei Ihrem behandelnden Arzt oderIhrer behandelnden Ärztin. Sollten diese nicht erreichbar sein, melden Sie sich im Spital oder kontaktieren Sie im Notfall 144.

Sofort melden ( Notfall)

  • Fieber über 40 °C
  • Starke Schwellung im Hals-/Kieferbereich
  • Atemnot
  • Starke Blutungen

Innerhalb 24 Stunden

  • Fieber über 38 °C
  • Rötung oder Überwärmung der Wunde
  • Eitriger Ausfluss
  • Mittelstarke Schmerzen trotz Schmerzmittel

Normale Verlaufszeichen

  • Leichtes Hämatom oder Schwellung am Hals
  • Taubheit am Unterkiefer
  • Leichte Schluckbeschwerden
  • Nackenschmerzen
  • Kaubeschwerden
  • Einziehungen

Weitere Informationen

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