Trom­mel­fell­schnitt und -Drai­na­ge (Pa­ra­zen­te­se und Pau­ken­röhr­chen)

Was ist ein Paukenröhrchen?

Ein Paukenröhrchen (auch Belüftungsröhrchen, Myringotomie-Röhrchen oder Druckausgleichsröhrchen) ist ein winziges, zylindrisches Röhrchen, das in das Trommelfell eingesetzt wird, um eine Belüftung des Mittelohrs zu ermöglichen.

Je nach Typ gibt es:

  • Kurzzeit-Röhrchen: bleiben etwa 6 – 12 Monate und fallen dann meist von selbst heraus.
  • Langzeit-Röhrchen: sind etwas grösser und bleiben länger im Ohr, bis sie ärztlich entfernt werden.

Wann wird ein Paukenröhrchen empfohlen?

Ein Röhrchen wird eingesetzt, wenn:

  • wiederkehrende Mittelohrentzündungen auftreten,
  • Flüssigkeit hinter dem Trommelfell über längere Zeit bestehen bleibt,
  • oder eine Belüftungsstörung der Ohrtrompete (Eustachische Röhre) vorliegt.

Diese Zustände können zu:

  • Hörminderung,
  • Sprachentwicklungsverzögerung,
  • Gleichgewichtsstörungen oder
  • Veränderungen des Trommelfells führen.

Wie erfolgt der Eingriff?

  • Das Röhrchen wird durch den Gehörgang ins Trommelfell eingesetzt.
  • Erwachsene erhalten meist eine örtliche Betäubung.
  • Bei Kindern erfolgt der Eingriff in kurzer Narkose.
  • Der Eingriff dauert nur wenige Minuten.

Nach dem Eingriff

  • Sie können in der Regel sofort wieder Ihren Alltag aufnehmen.
  • Kurzzeitig kann ein Gefühl von Druck oder leichter Hörminderung auftreten, das bessert sich meist innerhalb weniger Tage.
  • Das Röhrchen ermöglicht eine bessere Belüftung und hilft, Infektionen zu vermeiden oder zu heilen.

Mögliche Risiken und Komplikationen

Nach dem Eingriff kann es in seltenen Fällen zu akuten oder chronischen Mittelohrentzündungen kommen, die gegebenenfalls mit Antibiotika behandelt werden müssen. Manchmal schliesst sich der Schnitt im Trommelfell nicht von selbst – dann kann ein kleiner chirurgischer Eingriff zum Verschluss erforderlich sein. Auch nach vollständiger Heilung des Trommelfellschnitts kann es erneut zur Ansammlung von Flüssigkeit im Mittelohr (Erguss) kommen.

Typischer Verlauf ohne Komplikationen

In der Zeit direkt nach der Narkose kann gelegentlich etwas Flüssigkeit oder Blut aus dem Ohr austreten. Der Schnitt im Trommelfell heilt in den meisten Fällen innerhalb einer Woche ab. Falls eine Paukendrainage (umgangssprachlich «Röhrli») eingesetzt worden ist, wird diese meist innerhalb von 6 bis 12 Monaten vom Körper abgestossen. Der Trommelfellschnitt heilt danach üblicherweise in wenigen Wochen vollständig zu.

Vorbeugung von Komplikationen

  • Solange der Trommelfellschnitt noch nicht verschlossen ist (mindestens eine Woche), sollte kein Wasser in das betroffene Ohr gelangen.
  • Während der Zeit, in der die Paukendrainage liegt, sollte man nicht tauchen.
  • Beim Haarewaschen ist darauf zu achten, dass kein Wasser, insbesondere Seifen- oder Shampoowasser, in den Gehörgang eindringt, solange die Öffnung im Trommelfell besteht.

Wann und wo müssen Sie sich melden?

Sollten Sie nach der Operation eines der folgenden Symptome haben, melden Sie sich bei Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer behandelnden Ärztin. Sollten diese nicht erreichbar sein, melden Sie sich im Spital oder kontaktieren Sie im Notfall 144.

Sofort melden (Notfall)

  • Fieber über 40 °C
  • Starke Blutung oder Eiter aus dem Ohr
  • Neu auftretender Hörverlust oder Schwindel

Innerhalb 24 Stunden

  • Fieber über 38 °C
  • Mittelstarke Schmerzen trotz Schmerzmittel

Normale Verlaufszeichen

  • Leichte Blutspuren oder klares Sekret aus dem Ohr
  • Vorübergehendes Druckgefühl

Weitere Informationen

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