Untersuchung von Rachen, Speiseröhre, Kehlkopf und Luftröhre (Panendoskopie)
Was ist eine Panendoskopie?
Die Panendoskopie ist eine umfassende endoskopische Untersuchung der Schleimhäute der oberen Atemwege und der Speiseröhre (Ösophagus). Sie umfasst die Inspektion der Mundhöhle, eine direkte Spiegelung von Rachen und Kehlkopf (Pharyngo-Laryngoskopie), eine Spiegelung der Bronchien (Bronchoskopie), eine Spiegelung der Speiseröhre (Ösophagoskopie) sowie eine Tastuntersuchung des Halses. Die gesamte Untersuchung geschieht in Vollnarkose.
Indikation
Die Panendoskopie dient dem Ausschluss oder der frühzeitigen Erkennung von Zweittumoren bzw. Metastasen bei Patientinnen und Patienten mit einem gesicherten bösartigen Primärtumor im Kopf-Hals-Bereich.
Behandlungsverlauf
- Durch den Einsatz starrer oder flexibler Endoskope kann es zu Reizungen oder Entzündungen der Schleimhäute kommen. Häufig treten infolge mechanischer Reibung Schluckbeschwerden auf, die bis zu 48 Stunden anhalten können. Diese lassen sich in der Regel gut mit einfachen Schmerzmitteln behandeln.
- Nach Gewebeentnahmen kann vorübergehend blutiger Speichel auftreten.
- Wird während der Untersuchung ein Kontrastmittel verabreicht, kann es zu einer vorübergehenden Blaufärbung der Schleimhäute von Mundhöhle und Lippen kommen. Zudem kann der Urin beim ersten Wasserlassen nach dem Eingriff grünlich verfärbt sein. Beide Erscheinungen sind harmlos und bilden sich rasch zurück.
Nach dem Eingriff
- Sie werden im Aufwachsaal überwacht und anschliessend auf Ihr Zimmer verlegt oder, bei ambulanter Durchführung, in Begleitung Ihrer Begleitperson nach Hause entlassen.
- Bei starken Schmerzen oder Fieber informieren Sie bitte umgehend das Pflegepersonal. Schmerzmittel stehen Ihnen bei Bedarf zur Verfügung.
- Sofern vom behandelnden Arzt oder von der behandelnden Ärztin nicht anders verordnet, kann leichte Kost bereits am Tag des Eingriffs wieder eingenommen werden.
- Ihre regulären Medikamente dürfen Sie wie gewohnt einnehmen. Blutverdünnende Mittel wie Aspirin sollten jedoch im Vorfeld mit der Ärztin, dem Arzt abgesprochen werden.
- Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit sowie die Intervalle für Kontrolluntersuchungen werden individuell vom behandelnden Arzt oder von der behandelnden Ärztin festgelegt.
Körperliche Schonung
- Vermeiden Sie in den ersten Tagen nach dem Eingriff körperlich anstrengende Tätigkeiten sowie Leistungssport.
- Unterstützen Sie die Regeneration der Schleimhäute durch regelmässige Inhalationen mit Kochsalzlösungen während der ersten Woche.
- Heisse oder stark gewürzte Speisen sollten in den ersten zwei Wochen gemieden werden, da die Schleimhaut noch empfindlich ist und leichter Hustenreiz entstehen kann. Auch auf Alkohol und Zigarettenrauch sollte verzichtet werden, da sie die Wundheilung negativ beeinflussen.
- Um das Nachblutungsrisiko zu minimieren, verzichten Sie in der ersten Woche nach dem Eingriff auf Saunagänge, Vollbäder und körperliche Anstrengungen, welche den Blutdruck erhöhen können.
Wann und wo müssen Sie sich melden?
Sollten Sie nach der Operation eines der folgenden Symptome haben, melden Sie sich bei Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer behandelnden Ärztin. Sollten diese nicht erreichbar sein, melden Sie sich im Spital oder kontaktieren Sie im Notfall 144.
Sofort melden (Notfall)
- Fieber über 40 °C
- Starke Blutung
- Heftige Schmerzen
- Atemnot
- Pfeifende Atmung
Innerhalb 24 Stunden
- Fieber über 38 °C
- Anhaltende Hals- oder Schluckschmerzen
- Schwellung des Halses
- Mittelstarke Schmerzen trotz Schmerzmittel
Normale Verlaufszeichen
- Leichte Halsschmerzen
- Vorübergehende Heiserkeit
- Wenig Blut im Speichel
Weitere Informationen
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Panendoskopie