Endometriose-Sprechstunde
Endometriose ist eine gutartige, aber chronische Erkrankung, bei der sich Gebärmutterschleimhaut ausserhalb der Gebärmutter ansiedelt. Dies kann starke Unterleibsschmerzen verursachen, besonders während der Menstruation. In der Schweiz ist schätzungsweise jede zehnte Frau im gebärfähigen betroffen. Endometriose gilt zudem als eine der häufigsten Ursachen für Unfruchtbarkeit.
Umfassende Beratung, individuelle Behandlung
Unsere Endometriose-Sprechstunde bietet betroffenen Frauen spezialisierte Unterstützung. Erfahrene Fachärztinnen und Fachärzte spannen zusammen, um eine präzise Diagnose zu stellen und einen individuellen Behandlungsplan zu entwickeln.
Wir decken das gesamte Spektrum der Diagnostik und Therapie ab – von der ersten Untersuchung über moderne Bildgebung bis hin zu Operationen. Alle Behandlungen erfolgen nach aktuellen Empfehlungen und orientieren sich an den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Wir nehmen zudem an Studien teil, um die Behandlung von Endometriose stets weiterzuentwickeln.
Unsere Leistungen umfassen:
- medizinische Beratung und Abklärung
- diagnostische Untersuchungen
- medikamentöse und chirurgische Behandlungsoptionen
- Schmerzmanagement
- Kinderwunsch- und Sexualberatung
- psychologische Unterstützung
- Ernährungsberatung
- Physiotherapie
Unser Ziel ist es, Sie umfassend zu begleiten, ein besseres Verständnis der Erkrankung zu vermitteln und gemeinsam passende Behandlungswege zu finden.
Was ist Endometriose?
Bei der chronischen Erkrankung wächst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, ausserhalb der Gebärmutterhöhle – zum Beispiel an den Eierstöcken, am Darm oder an der Bauchwand. Selten kommt es auch an anderen Stellen im Körper vor. Dieses Gewebe reagiert auf den Monatszyklus wie die normale Gebärmutterschleimhaut: Es baut sich auf und blutet ab. Da das Blut jedoch nicht abfliessen kann, entstehen schmerzhafte Entzündungen und Verwachsungen.
Endometriose betrifft vor allem Frauen im gebärfähigen Alter. Besonders häufig ist sie bei unerfülltem Kinderwunsch oder chronischen Unterbauchschmerzen. Als Risikofaktoren gelten eine familiäre Vorbelastung, Übergewicht und wenig körperliche Bewegung.
Die genaue Ursache von Endometriose ist noch nicht vollständig geklärt. Sicher ist jedoch: Endometriose ist keine Seltenheit und verdient Aufmerksamkeit.
Starke Periodenschmerzen ernst nehmen
Das häufigste Anzeichen für Endometriose sind Schmerzen. Wichtig dabei: Eine normale Periode sollte nicht stark wehtun. Viele Frauen halten Regelschmerzen für «normal». Bei starken Schmerzen lohnt sich jedoch eine ärztliche Abklärung.
Typische Beschwerden bei Endometriose sind:
- starke Regelschmerzen, oft bereits vor Beginn der Blutung
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Rücken- oder Unterbauchschmerzen
- Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Verstopfungen, Durchfall oder selten Blut im Stuhl
- Häufiger, starker Drang, Wasser zu lösen, ohne Harnwegsinfekt
- Schwierigkeiten, schwanger zu werden
- Müdigkeit, Erschöpfung, depressive Verstimmung
Es können einzelne oder mehrere dieser Beschwerden auftreten. Nicht alle Frauen mit Endometriose haben Beschwerden.
Beeinträchtigung der Lebensqualität
Mögliche körperliche Folgen der Endometriose sind:
- Chronifizierung der Schmerzen
- wiederholte Operationen
- erhöhter Medikamentenbedarf
- Beeinträchtigung der Funktion verschiedener Organe wie Darm oder Harnblase
Endometriose kann auch den Alltag und die Lebensqualität der Betroffenen auf vielfältige Weise beeinflussen:
Psychische Belastung
Betroffene leiden vermehrt an depressiver Verstimmung und Angststörungen. Auch Schlafprobleme, eine verzehrte Körperwahrnehmung und das Gefühl von Isolation können auftreten.
Auswirkung auf Schule und Beruf
Häufigere Fehlzeiten und eine verminderte Leistungsfähigkeit können die Zusammenarbeit im Team erschweren und Karrierechancen beeinträchtigen.
Soziales Umfeld und Partnerschaft
Die Beschwerden können zu einer Einschränkung sozialer Kontakte führen. Auch die Partnerschaft kann belastet sein – etwa durch Schmerzen beim Sex oder einen unerfüllten Kinderwunsch.
Wichtig: Je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto besser lassen sich solche Folgen vermeiden oder lindern.
Was in der Sprechstunde geschieht
Am Anfang steht das Gespräch mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt: Welche Beschwerden treten auf? Wie stark sind die Schmerzen? Diese Angaben können bereits wichtige Hinweise auf das mögliche Ausmass der Erkrankung geben.
Anschliessend folgen eine gynäkologische Untersuchung und ein Ultraschall. In bestimmten Fällen wird ergänzend ein MRI durchgeführt. Manchmal wird die Diagnose auch durch eine Bauchspiegelung gestellt.
Individuelle und gesamtheitliche Therapieformen
Die Behandlung erfolgt interdisziplinär: Gynäkologinnen, Schmerztherapeuten, Chirurginnen, Ernährungsberater sowie speziell geschulte Pflegende arbeiten zusammen, um die Therapie für jede Patientin massgeschneidert zu gestalten – eine Standardlösung gibt es nicht.
Die Behandlung richtet sich nach den Beschwerden und den persönlichen Lebensplänen, zum Beispiel danach, ob ein Kinderwunsch besteht. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und Folgeschäden zu verhindern.
Mögliche Therapien:
- hormonelle Behandlung
- Medikamente gegen Entzündungen oder Schmerzen
- Operation, meist eine Bauchspiegelung. Dabei wird unter Narkose ein kleiner Schritt am Bauchnabel gemacht. Über eine dünne Kamera können Organe im Bauch direkt betrachtet und Endometriose sicher erkannt werden. Wenn nötig, kann Endometriose-Gewebe im gleichen Eingriff entfernt werden.
Auch Lebensstil, Ernährung und Bewegung spielen bei Endometriose eine wichtige Rolle und sollten individuell angepasst werden. Eine entzündungshemmende, mediterrane Ernährung kann Beschwerden lindern und die Behandlung unterstützen. Deshalb arbeiten wir eng mit Ernährungstherapeutinnen und -therapeuten zusammen, um jede Patientin optimal zu begleiten.
Zusätzlich können nicht-medikamentöse Methoden helfen, zum Beispiel:
- Physiotherapie
- Entspannungstechniken
- Akupunktur
- Phytotherapie (pflanzliche Therapien)
- regelmässige körperliche Aktivität
Myome
Gutartige Geschwulste in oder an der Gebärmutter sind häufig. In der Regel verursachen diese Myome keine Beschwerden und werden bei einer Routineuntersuchung bei der Frauenärztin oder beim Frauenarzt nur zufällig entdeckt. Je nach Position können die gutartigen Tumore jedoch Schmerzen oder starke Blutungen verursachen oder in manchen Fällen auch andere Organe beeinflussen.
Wir bieten betroffenen Frauen individuelle Beratung und Behandlungsoptionen. Dazu gehören zum Beispiel Ultraschalluntersuchungen, verschiedene medizinische und chirurgische Behandlungsansätze und Beratung zu Symptomen sowie Fragen des Lebensstils. Auch Themen wie Familienplanung, Fruchtbarkeit und Schwangerschaft können besprochen werden.
Unser Hauptziel ist es, Ihnen zu helfen, die für Sie beste Vorgehensweise bei der Behandlung der Myome zu finden, um Ihre Gesundheit zu erhalten und Ihre Lebensqualität zu verbessern.
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- MEDIN Biel/Bienne
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Stv. Leiter
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